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19.07.2011
Startschuss für Fürther Bündnis für Mobilität

Mobilität ist ein wertvolles Gut. Doch nicht alle Menschen in der Kleeblattstadt können sich dieses Gut leisten. Deshalb hat die Bürgerstiftung Fürth gemeinsam mit der infra fürth verkehr gmbh und der Stadt Fürth das Fürther Bündnis für Mobilität gegründet.

infra fürth verkehr gmbh, Stadt Fürth und Bürgerstiftung Fürth gründen gemeinsames Bündnis – Finanziell benachteiligte Fürtherinnen und Fürther erhalten einen Mobilitätsbonus – Details zur Förderung und Umsetzung stehen fest – Weitere Partner aus der Wirtschaft und „Mobilitätspaten“ für die finanzielle Ausstattung des Projektes gesucht.

„Jeder soll mit dem ÖPNV in Fürth mobil sein können“, erklärt Dr. Hans Partheimüller, Geschäftsführer der infra fürth verkehr gmbh. „Als Verkehrsunternehmen wissen wir aber, dass das Geld nicht bei allen für genügend Fahrten mit dem ÖPNV ausreicht. Deshalb haben wir – auch vor dem Hintergrund der anstehenden Tarifanpassung in Fürth 2012 – eine Möglichkeit gefunden, Bürgerinnen und Bürger mit sehr begrenztem Einkommen in ihrer Mobilität zu unterstützen.“

Die Idee des Fürther Bündnis für Mobilität: Finanziell benachteiligte Fürtherinnen und Fürther über 15 Jahre können pro Monat einen Mobilitätsbonus in Höhe von fünf Euro erhalten. Dazu gehören Empfänger von SGB II und SGB XII, Langzeitarbeitslose, Senioren, die Grundsicherung beziehen, sowie Empfänger von Wohngeld und der wirtschaftlichen Jugendhilfe. „Alles in allem sind das rund 10.500 Fürtherinnen und Fürther“, erklärt Elisabeth Reichert, Referentin für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth, die die Ausgabe des Mobilitätsbonus koordinieren wird. „Aufgrund von Erfahrungswerten aus anderen Städten, können wir davon ausgehen, dass rund 20 Prozent dieser Personen unser Angebot tatsächlich in Anspruch nehmen werden.“ Daraus ergibt sich ein monatlicher Bedarf von fünf Euro für 2.100 Personen. Aufs Jahr gerechnet entspricht dies rund 126.000 Euro. Zuzüglich eines gewissen Puffers rechnet das Bündnis mit 150.000 Euro Finanzierungsbedarf jährlich. „Diese Förderung bedeutet für den Einzelnen also eine finanzielle Entlastung von 60 Euro pro Jahr. Für uns ist das der entscheidende erste Schritt auf dem Weg zu gerechter und diskriminierungsfreier Mobilität in unserer Stadt“, betont Elisabeth Reichert.

Helmut Hack und Thomas Märtz
Suchen noch weitere Unterstützer für das Fürther Bündnis für Mobilität: Elisabeth Reichert,
Sozialreferentin der Stadt Fürth, Dr. Hans Partheimüller, Geschäftsführer der infra fürth verkehr gmbh,
und Dr. Thomas Märtz, Vorsitzender der Bürgerstiftung Fürth.

Die Solidarität aller Fürtherinnen und Fürther ist gefragt Die infra fürth verkehr gmbh und die infra fürth gmbh haben gemeinsam eine Anschubfinanzierung geleistet. Außerdem konnte die WBG Fürth als weiterer Sponsor gewonnen werden. Rund 60.000 Euro sind bereits im Fördertopf. „Damit wir den Bedarf dauerhaft decken können, sind wir auf die Solidarität weiterer Unterstützer angewiesen“, so Dr. Thomas Märtz, Vorsitzender der Bürgerstiftung Fürth, die sich als gemeinnützige Stiftung um die Verwaltung der Gelder kümmert. „Wir appellieren an alle Fürtherinnen, alle Fürther und alle Fürther Unternehmen.“

Zum einen können sich Unternehmen öffentlichkeitswirksam als Sponsoren engagieren. Zum anderen bietet das Fürther Bündnis für Mobilität auch Privatpersonen die Möglichkeit, eine Mobilitätspatenschaft einzugehen. Dabei werden mindestens fünf Euro pro Monat an die Bürgerstiftung Fürth überwiesen. „Geld, das wir zweckgebunden einsetzen und das zum Beispiel sicherstellt, dass eine alleinerziehende Mutter ihren Sohn zum Kindergarten bringen kann“, veranschaulicht Dr. Thomas Märtz. „Aber nur, wenn sich noch mehr engagieren, können wir gewährleisten, dass der Fördertopf nicht vorzeitig leer wird – und das ist unser Anspruch!“ Interessierte Unternehmen sprechen direkt die Bürgerstiftung Fürth an; weitere Informationen für Mobilitätspaten sind außerdem weiter unten auf dieser Seite zu finden.

Ausgabe der Förderung
Wer den Fürth-Pass besitzt, kann im Rahmen des Fördertopfs der Bürgerstiftung Fürth einen Mobilitätsbonus erhalten. Dieser wird in Form von Mobilitätstalern gemeinsam mit dem Fürth-Pass an den bisherigen Ausgabestellen (Empfänger SGB II: Bürgerberatung; Empfänger SGB XII: Sozialamt der Stadt Fürth) ausgehändigt. Eingelöst werden die Mobilitätstaler (Wert: fünf Euro pro Stück) dann nur im Kundencenter der infra fürth verkehr gmbh am Fürther Hauptbahnhof im U-Bahnverteilergeschoss. Dabei können die Mobilitätstaler für alle Fahrkarten ab fünf Euro eingesetzt werden. Dazu sind neben dem Mobilitätstaler auch der Fürth-Pass sowie der Ausweis nötig. Wichtig ist außerdem: Für die Bezahlung einer Fahrkarte können mehrere Mobilitätstaler eingelöst werden, Restbeträge werden jedoch nicht erstattet. „Das bedeutet also, die Berechtigten können ihre Mobilitätstaler sammeln“, so Elisabeth Reichert. „Wer im Sommer mit dem Fahrrad fährt, kann die gesparten Mobilitätstaler zum Beispiel alle im Winter verwenden.“

Zwischenlösung auf dem Weg zum Sozialticket
Seinen Mobilitätsbonus versteht das Fürther Bündnis für Mobilität als Zwischenlösung auf dem Weg zu einem angestrebten Sozialticket. „Im Hintergrund wird an möglichen Lösungswegen gearbeitet. Dabei müssen unterschiedlichste Interessen und Meinungen unter einen Hut gebracht werden. Bis es so weit ist, brauchen wir für Fürth eine pragmatische Ad-hoc-Lösung“, so Dr. Hans Partheimüller. „Eine Lösung, die das Fürther Bündnis für Mobilität leisten will. Es ist ein in Deutschland bisher einmaliges Modell und ich möchte Sie alle motivieren, ein Teil davon zu werden!“

Engagieren Sie sich für das Fürther Bündnis für Mobilität!

> Mehr Informationen| PDF, 2,2 MB

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